Integrale Modelle

Der Wandel braucht Prinzipien  Die Wirklichkeit hat unterschiedliche Wahrnehmungsperspektiven.

sd-circles

  • Der gesellschaftliche Mehrwert des sog. integralen Ansatzes liegt darin, dass die wachsende Komplexität unserer Lebensverhältnisse sichtbarer und leichter zugänglich gemacht werden können. Wir laden Sie ein, einen unserer Salonabende und  Workshops zu besuchen.
  • Das parallele Bestehen von Problemlage und Lösungsmuster, die aus unterschiedlichen Weltbildern und Entwicklungsstufen stammen und in der Gegenwart zusammenfließen, wirft viele Fragen auf. Die Integrale Theorie ermöglicht es, diese Vielschichtigkeit konstruktiv zu verbinden. Nur wenn es uns gelingt, die positiven Errungenschaften der Menschheitsentwicklung zu integrieren und gleichzeitig nach Lösungen auf einer höheren Ebene zu suchen, werden wir den Herausforderungen der heutigen Zeit gerecht.
  • Das integrale Bewusstsein ist eine Einladung, die wichtigen Weltbilder der Prämoderne, Moderne und Postmoderne in uns bewusst zu integrieren. Ken Wilber fasst die wichtigsten Perspektiven in seinem integralen Kompetenzmodell, AQAL-Theorie, zusammen. Diese bietet sich für eine pragmatische Anwendung an.

3DSpirale

  • Die unterschiedlichen integralen Aspekte lassen sich in 5 Kategorien gliedern, kurz: AQAL-Theorie genannt: All Quadrants, all Levels..:
    • Entwicklungs-Ebenen – häufig auch Stufen, Level oder Wellen
    • Quadranten
    • Entwicklungs-Linien
    • Typen
    • Zustände
      Wir vermitteln diesen eklektizischstisch-hippsten Ansatz, den die Welt derzeit in intelligentem Denken zu bieten hat, in unseren Salons und Tagesworkshops.

  • DIE ENTWICKLUNGSEBENEN / STUFEN:

ego-ethno-welt-kosmozentrisch

  • Entwicklung resp. Wachstum ist eines der zentralen Ereignisse von Wirklichkeit. Dinge verändern sich nicht nur, sie tragen sogar eine vertikale Gerichtetheit in sich. Wir alle kennen und erleben:
    • persönliche, innerliche Entwicklung, z.B. von egozentrisch über soziozentrisch zu weltzentrisch/kosmozentrich.
    • biologische Entwicklung, z.B. von der Raupe zum Schmetterling.
    • kulturelle Entwicklung, z.B. von archaisch, über magisch/mythisch zu rational, postmodern, integral.
    • sozial-systemische Entwicklung, z.B. von Jagen/sammeln über Ackerbau zu einer Industrie + Informationsgesellschaft.
  • Die allgemeinste Ausdrucksform von Entwicklung, im Unterschied zu spezifischen horizontalen Entwicklungs-Linien, sind die Entwicklungs-Ebenen. Dabei werden Erfahrungen und Errungenschaften der bisherigen Entwicklungsstufen um etwas Neues erweitert, so dass von einem neuen Entwicklungsschritt gesprochen werden kann.
  • Das Werte/Weltsichten-Modell Spiral Dynamics ist w/seiner vereinfachenden und grafischen Darstellung gut geeignet. Es zeigt die Entwicklung menschlicher Werte auf die über 8 Stufen = vMeme = value Meme zunehmenden Bewusstseins verläuft.

  • DIE QUADRANTEN:

  • Die vier Quadranten stellen eine Verbindung zweier elementarer Unterscheidungen manifester Wirklichkeit dar:
    • innerlich/äußerlich +
    • individuell/kollektiv.
  • Nach den integralen Vordenkern und auch den alten Mystikern existiert kein Innerliches ohne ein Äußerliches, kein Individuelles ohne ein Kollektives, kein Singular ohne ein Plural. Seit Beginn aller Manifestation. Die Zusammenführung dieser beiden Grundunterscheidungen ergeben die 4 Quadranten.
  • Dies bedeutet, dass jedes Ereignis mindestens 4 Dimensionen besitzt:
    • innerlich individuell – international
    • äußerlich individuell – verhaltensmässig
    • innerlich kollektiv – kulturell
    • äußerlich kollektiv – sozial/systemisch.Alles hat ein Innen (subjektiv, erfahrbar) und ein Außen (objektiv, sichtbar, messbar) und ist in Systemen (Familie, Organisationen, Umfelder) eingebunden. Somit gibt es 4 unterschiedliche doch gleichgewichtige Perspektiven, die sich in Form eines Quadranten-Bildes aufzeigen.
    • links = subjektive, innerliche ICH • WIR-Perspektiven
    • rechts = ´objektive´, äußerliche ES • ES´s-Perspektiven
    • oben = Individuell
    • unten = Kollektiv.
  • Auch bekannt unter dem Guten, Wahren, Schönen von Platon.
    Fazit: Aus jeder Sicht sieht Welt anders aus. Alle Perspektiven sind gleichsam bedeutend. Alle Phänomene von Welt entstehen immer in allen 4 Perspektiven gleichzeitig, tetraevolvierend.
    Quadrivia-Sicht: Eine Betrachtung aller Phänomene durch alle Quadranten.

    • Ein Beispiel • ein Gedanke:
      • Einen Gedanken erlebe ich phänomenologisch (OL). Der Gedanke hat hirnphysiologische Entsprechungen (OR). Er entsteht vor dem Hintergrund meiner kulturellen Prägungen und Entwicklung und ist von diesen geformt (UL). Gleichzeitig ist er auch geprägt und geformt von den sozialen und gesellschaftlichen Verhältnissen in denen ich lebe (UR).
  • Die vier Quadranten sind seit ihrer Veröffentlichung zu einem der bekannsten integralen Instrumente geworden und werden von immer mehr Menschen dazu verwendet, Themen unterschiedlichster Art in Wirtschaft, Medizin, Psychologie, Wissenschaft, Ökologie, Spiritualität etc. aus 4 grundlegenden Perspektiven als ein Ereignis resp. Thema mit, mindestens, 4 unterschiedlichen Aspekten zu betrachten.

  • DIE LINIEN = ENTWICKLUNGSINTELLIGENZEN:

  • Die Entwicklung von Menschen und Systemen erfolgt seltens einheitlich. Wir müssen verschiedenen IntelligenzLinien zu unterscheiden lernen, weit hinaus über IQ, EQ + SQ. So gibt es z.B. kognitiv hoch entwickelte jedoch moralisch/sozial-inkompetente Wirtschaftsmenschen. Oder hoch-technologisierte Unternehmen mit wenig entwickelter interpersoneller Ethik.
    Falls wichtige Linien von Menschen oder Organisationen weiter zurückliegen als ihr Schwerpunkt, behindern diese die Entwicklung des Ganzen insgesamt.
  • Entwicklungspsychologen haben etwa 2 Dutzend an Linien dokumentiert, indem sie viele Menschen über viele Jahre hinweg immer die selben Fragen gestellt haben. Aus den Antworten ergaben sich Gruppen von wiederkehrenden Antworten, wobei diese Gruppen von wiederkehrenden Antworten stets ein bestimmte Sequenz aufweisen, die Sequenz der Entwicklung in der jeweiligen Linien. Die Missachtung der Diversität von Intelligenzen resp. Linien der Entwicklung nennt Ken Wilber Linien-Absolutismus, d.h. die Ansicht, eine spezielle Linie sei die einzig wahre Linie, von der die anderen Linien lediglich Derivate, und somit zu vernachlässigen, seien.
  • Die Linien der Entwicklung entfalten sich relativ unabhängig voneinander. Einige Linien basieren allerdings auf den Fähigkeiten anderer Linien, wodurch diese niemals überholt werden können. Die kognitive Linie der Entwicklung, bzw. das Gewahrsein dessen was ist, liefert gewissermaßen das „Roh-Material“ für die Entfaltung aller anderen Linien, denn man kann sich moralisch, ästhetisch, werte- oder bedürfnismäßig nur zu Dingen verhalten deren man sich überhaupt gewahr ist. Kognitive Entwicklung ist somit notwendig, aber nicht hinreichend für die Entwicklung der Fähigkeiten der anderen Linien.
    Wichtige Linien der Entwicklung – Beispiele für den oberen linken Quadranten:

    • Kognition – Gewahrsein dessen, was ist.
    • Moral – Gewahrsein dessen, was sein sollte.
    • Emotionen/Affekte – das gesamte Spektrum der Emotionen.
    • Zwischenmenschliches/Interpersonelles – wie beziehe ich mich in sozialer Hinsicht auf andere?
    • Bedürfnisse – Maslow´s Bedürfnispyramide.
    • Selbstidentität – Wer bin ich?, wie Loevinger´s Ego-Entwicklung.
    • Ästhetik – Selbstausdruck, Schönheit, Kunst-
    • Psychosexuelles – die im weitesten Sinne das gesamte Spektrum des Eros umfasst, von grobstofflich zu subtil zu kausal.
    • Spiritualität – z.B. wie bei James Fowler.
    • Werte – was eine Person als am Bedeutsamsten betrachtet, nach Clare Graves und mittels dem Modell Spiral Dynamics popularisiert wurde.
  • Das individuelle Entwicklungsprofil eines Menschen kann in ein Psychogramm eingetragen werden. Wilber deutet an, dass man die Linien einer Organisation, einer Gruppe, einer Nation etc. ebenfalls in ein Psychogramm eintragen kann. In der Integralen Lebenspraxis (ILP) geht es für Individuen nicht darum, alle Linien bis zur höchsten Entwicklungsstufe zu treiben. Vielmehr hilft z.B. ein individuelles Psychogramm dabei, Schwachstellen und Problemzonen der eigenen Entwicklung zu identifizieren, sich ihrer gewahr zu sein, d.h. integral informiert zu sein und sie ggf. gezielt zu adressieren.

  • DIE TYPEN:

  • Der Einsatz von Typologien bei der Persönlichkeitsentfaltung wie z.B. der MBTI-Test sind mittlerweile verbreitet.
    Typen differenzieren sich auf der horizontalen Ebene; im Gegensatz zur vertikalen Ebenen-Entwicklung.
    Wichtige Unterscheidung sind männlich/weiblich, Ying/Yang, . Die Ansichten auf die Welt sind sehr unterschiedlich. Im Unternehmenskontext sind westliche Unternehmen häufig insgesamt eher männlich orientiert mit Betonung auf Individualität, Power, Wettkampf während weibliche mehr Qualitäten von Kommunikation, Emotionalität, Verbindung betonen.
    Um eine Balance zu finden, kann das Fehlen einer Typen-Perspektive häufig zu Problemen führen.
    Das NLP verwendet z.B. Typen-Megaprogramme wie Ziel-Problemorientierung, Big-Picture-Detail-Denken u.a.


  • DIE ZUSTÄNDE:

  • Im Gegensatz zu den Ebenen, welche permanente Errungenschaften darstellen, sind Zustände flüchtiger Natur. Sie kommen und gehen und schließen einander aus. Wer betrunken ist, der ist nicht gleichzeitig nüchtern. Weil Zustände sehr veränderlich und flüssig sind, können innerhalb kurzer Zeit große Veränderungen, u.a. Gipfelerfahrungen eintreten. Dieses gilt nicht für die Ebenen. In jedem dieser Zustände sieht die Welt anders aus und ergeben sich unterschiedliche Möglichkeiten von Denken und Handeln.
    Integrale Denker nennen 3 große natürliche Zustände des Bewusstseins: Wachen, Träumen und Tiefschlaf. Zu diesen haben alle Menschen Zugang. Darüber hinaus beschreiben die Weisheitstraditionen zwei weitere große Zustände: das Zeugenbewusstsein und die Nondualität.
    Die gewöhnliche Ausrichtung eines Menschen ist seine Identifikation mit der Welt des Wachzustandes. Im Laufe seines spirituellen Zustandstrainings mittels Meditation und Kontemplation wird seine Fähigkeit geschult, das Bewusstsein jenseits des grobstofflichen Wachzustandes auszudehnen. Ein Resultat dieses jahrelangen Trainings ist z.B. die Ausdehnung der Fähigkeit, Objekte des Bewusstseins in den subtilen Zuständen zu bezeugen, auch bekannt als die Fähigkeit luzide zu träumen. Wird das Training fortgesetzt, so wird diese Fähigkeit des einfachen Bezeugens auch noch auf den Zustand des sehr subtilen traumlosen Tiefschlafs ausgedehnt, in dem keinerlei Objekte mehr auftauchen.
  • Ein Beispiel: An Tagen, an denen ich im Zustand von Wohlergehen bin, gelingen mir Handlungen eher und besser und die Welt erscheint mir freundlicher. In kreativen Zuständen werden besser Ideen kreiert und durch Alpha-Zustände/Trancen werden leichter Lösungen gefunden. Daher sind Zustandswechsel, als Selbstmanagement oder als Coaching-Interventionen, äußerst nützlich und bringen neue Erkenntnisse.