Emotionen • Bewusstsein

Hinsichtlich menschlicher Entwicklung hat die Wissenschaft diverse unterschiedliche und sich ergänzende Entwicklungsmodelle ausgemacht. Dennoch gibt es einen großen Anteil der Bevölkerung, der eine vertikale, zielgerichtete menschliche Entwicklung per sé ablehnt. Die Frage sei erlaubt, warum dies so ist? Als die bekanntesten Forscher seien hier genannt: Piaget, Kohlberg, Loevinger, Kegan, Erickson, Fowler..

  • Die Entwicklung erwachsener Menschen wird seit über 50 Jahren untersucht. Forschungen haben klar gezeigt, dass sich sowohl Kinder als auch Erwachsene durch eine Reihe von sog. aufeinanderfolgenden Stufen entwickeln und dass auf jeder dieser Stufen eine vollkommen neue Art, die Welt zu betrachten, erscheint. Die Entwicklungsbahnen sind evolutionär und scheinen fortzuschreiten. Wachstum ist dabei als eine dynamische Bewegung wellenartiger gesamtheitlicher Veränderungen zu sehen, durch die man sein Leben lang kontinuierlich wächst.
  • Zurzeit ist es noch ein Mysterium, welche Faktoren einen Menschen von einer zur nächsten Stufe übergehen lassen. Forschungen weisen darauf hin, dass ein scheinbar unlösbares Dilemma, das zu einer Phase kritischer Reflexion führt – mit etwas zu kämpfen, aus dem wir in unserem momentanen Bedeutungsbildungssystem keinen Sinn ziehen können – Menschen auf eine höhere Ebene heben, ja geradezu katapultieren kann. Dies können Lebensprobleme sei (Verlust von Partner und Arbeitsplatz, In-Rente-gehen, das eigene Haus brennt ab) oder Glaubens-, Hoffnungs- oder Liebesprobleme (Verlust der Beziehung zum Göttlichen, Dunkle Nacht des Selbst, der Sinne oder der Seele).

  • Eine Übersicht individueller menschlicher Entwicklungsstufen:
    • impulsiv (Perspektive der 1. Person)
    • selbst-schützend – Opportunist
    • konformistisch – Diplomat (2. Person)
    • Selbst-sicher – Spezialist (3. Person)
    • selbst-bewusst – Leistungsmensch
    • individualistisch – Pluralist (4. Person)
    • interindividuell – Synthetiker
    • integriert – Konstrukt-Bewusster (5. Person).
    • unitär (6. Person)
    • illuminiert
  • Jede Stufe beinhaltet folgende Teilbereiche:
    • Tun oder den Verhaltensaspekt des Lebens
    • Sein, die affektive Dimension, die Gefühle, Eindrücke und Erfahrungen in einem selbst und in den Beziehungen zu anderen
    • Kognition, Denken, Konzeptbilden, Wissen, Interpretation, Weltsicht, Bedeutungsbildungsmuster
    • Bewusstsein, das nach außen gerichtete Verhalten, innere Gedanken, Gefühle, Aufmerksamkeitsbereich.
  • Die Kenntnis und das Erkennen dieser Stufen ist für einen integralen Coach oder Consultant Bedingung, um einen Menschen während seiner individuellen Entwicklung unterstützen zu können, so dass er zu einer tieferen Erkenntnis gelangen kann.
  • Integrale Entwicklungsforscherinnen wie Susanne Cook-Greuter und Terry o´Fallon setzen diese Aufklärungsarbeiten fort, um psychologisches Wachstum mit seelischem in Einklang zu bringen. Ihre Ansätze stehen auf den Schultern vorheriger Forschungsgenerationen.